Simson Vorteile

Noch nie war es für junge Menschen so wichtig, mobil zu sein. Und noch nie war es so einfach, mobil zu sein. Doch nicht nur Jugendliche schwören auf Simson - die Mopeds verbinden Generationen. Doch ab welchem Alter darf man Moped fahren? Wie schnell eigentlich? Und warum ist eine Simson der beste Zweitakter für Führerscheinklasse AM? Was sind die Vorteile einer Simson? All das erfährst du in diesem Artikel.

Wie schnell darf ich mit Führerschein AM fahren?

Diese Frage lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Im Zuge der 3. EG-Richtlinie, die am 19. Januar 2013 in Kraft trat, verschmolzen die früheren Führerscheinklassen S und M zur neuen Klasse AM. Seither gilt für alle Kleinkrafträder - also auch Roller und Mopeds - einheitlich und EU-weit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit und ein Hubraum von höchstens 50 ccm. Doch es gibt Ausnahmen - sofern du dich in Deutschland bewegst.

Kleinkrafträder, die bis einschließlich 31. Dezember 2001 in Verkehr genommen wurden, bis zu 50 km/h schnell fahren und maximal 50 ccm Hubraum besitzen, dürfen mit AM oder dem alten Führerschein M bis zu 50 km/h gefahren werden.

Warum darf eine Simson 60 km/h fahren?

Noch interessanter wird es mit Kleinkrafträdern aus der ehemaligen DDR, die man bis einschließlich 28. Februar 1992 innerhalb Deutschlands in Verkehr nahm. Im Zuge einer Sonderbestimmung im Einigungsvertrag wurden Millionen von Simsons mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h und einem Hubraum bis 50 ccm als Kleinkrafträder kategorisiert. Das war nötig, da sonst Millionen DDR-Bürger plötzlich einen Motorradführerschein gebraucht hätten - und die beliebten Zweitakter eine neue Zulassung. Übrigens: Die Ausnahmeregelung gilt unbegrenzt - und somit bis heute.

Wenn du also ein Moped mit passendem Inverkehrsnahme-Datum findest und es sich nicht gerade um ein Export-Fahrzeug handelt, darfst du diese Simson mit dem AM-Führerschein ganz legal bis zu 60 km/h fahren. Keine Zulassung, keine Hauptuntersuchung, keine KFZ-Steuern. Und das schon ab 15 Jahren!

Was sind die Vorteile eines Simson-Mopeds?

Geschwindigkeit: Den größten Vorteil kennst du jetzt bereits: Eine Simson fährst du legal viel schneller als andere Kleinkrafträder wie Roller oder Scooter. Das ist nicht nur praktisch, sondern offenbar auch sicherer, wie eine Petition zur Anhebung der Höchstgeschwindigkeit für Kleinkrafträder von 45km/h auf 60 km/h zeigt. Auch die Konstrukteure bei Simson kamen damals zum Schluss, dass 60 km/h perfekt zum souveränen Mitschwimmen im Verkehr ist.

Verfügbarkeit: Simson Zweiräder wurden millionenfach hergestellt. Obwohl in den letzten Jahren die Preise kräftig angezogen haben und die Angebote zurückgingen, tauchen immer wieder neue Mopeds auf. Ob in Omas Hühnerstall, Opas alter Garage oder Vaters Werkstatt - es gibt da draußen noch unzählige Simsons, die aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküsst und mit neuem Leben eingehaucht werden wollen. Doch auch bereits restaurierte Mopeds wechseln immer wieder den Besitzer, sobald das erste Auto vor der Tür steht. Du findest Simsons auf den üblichen Onlinebörsen für gebrauchte Fahrzeuge, in Social Media Gruppen und - Geheimtipp - gelegentlich auch in Onlineforen wie simsonforum.net.

Ersatzteile, Händler, Experten: Auch wenn die letzten Zweiräder, die noch unter die Sonderregelung fallen, Anfang der 90er vom Band liefen, können Simson-Besitzer auch heute auf ein riesiges Netz mit Händlern, Onlineshops und Fachwerkstätten zurückgreifen. Auch im Privatbereich findet sich in fast jedem Dorf ein Simson-Veteran, der mit Leidenschaft schraubt. Die Verfügbarkeit von Simson Ersatzteilen und Services wie Motorregenerierung ist somit als ausgezeichnet anzusehen. Du wirst keine Probleme haben, Hilfe zu finden und Ersatzteile zu beziehen. Ein weiterer Vorteil: Viele Bauteile sind unter verschiedenen Simson-Modellen kompatibel und durch die massive Serienproduktion entsprechend ausgereift. Sämtliche Simson-Modelle basieren größtenteils auf einem serienübergreifenden oder modellübergreifenden Baukastensystem.

Robust, funktional, zeitlos: Das Gemecker über zu viel Plastik und Elektronik bei modernen Fahrzeugen lässt Simson-Fahrer und -Fahrerinnen nur müde lächeln. Fast jede Wartungsaufgabe lässt sich mit wenigen Handgriffen selbst durchführen. Das offene Konzept ermöglicht, dass du schnell an alle Bauteile herankommst. Für anspruchsvollere Aufgaben, z.B. Arbeiten am Motor, helfen Fachbücher oder Fachkundige. Man muss nicht studiert haben, um die Funktionen einer Simson zu verstehen. Ein Maulschlüssel und ein Schraubendreher ist schon die halbe Miete. Nach der Wende noch müde belächelt, erfreuen sich Simsons immer größerer Beliebtheit. Dafür mag nicht nur die zuverlässige Technik sowie das zeitlose Design ursächlich sein, sondern auch die Erkenntnis, dass nicht alles in der DDR "aus Pappe" gebaut war. Die Simson zählt mit Sicherheit zu den Erzeugnissen, die "für die Ewigkeit gebaut" wurden und hoch qualifizierte Ingenieure gab es auch im Osten.

Alltagstauglichkeit: Eine Simson ist nicht nur agil, robust und wartungsfreundlich, sondern auch im Alltag ein treuer und nützlicher Begleiter. Deutschland ist Autoland, doch gerade für Autobesitzer lohnt es sich, eine Simson für die Kurzstrecke in der Garage stehen zu haben und die modernen, überzüchteten Turbomotoren mit Fahrten zum lokalen Supermarkt nicht frühzeitig in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Doch auch im Stadtverkehr fließt eine Simson besser mit als moderne Roller und praktisch sind Zweiräder in überfüllten urbanen Gebieten ohnehin. Vordrängeln an der Ampel, enge Gassen befahren, Poller umgehen, kleine Parklücken nutzen und das mit niedrigem Verbrauch und ohne KFZ-Steuer - was will man mehr? Eine Simson lässt sich bei jedem Wetter fahren, die großzügigen Schutzbleche verhindern eine Sauerei und sie wird sowohl bei Frost als auch bei Sommerhitze anspringen. Je nach Modell - oder per Nachrüstung - steht eine Anhängerkupplung zur Verfügung. Jede Sitzbank der bekannteren, späten Modelle wie S51 oder Schwalbe bietet Platz für zwei - einen Sozius oder eine Sozia kannst du also immer mitnehmen. Ein stabiles, optional auf 12 Volt aufrüstbares Bordnetz und serienmäßige Beleuchtung sorgt für Verkehrssicherheit und genügend Durchblick auch auf dunklen Landstraßen. Simson-Veteranen können davon ein Lied singen: Eine Simson wirst du nur kaputt bekommen, wenn du sie komplett im Wasser versenkst. Schmutz, zu tiefe Pfützen, Schnee, Stürze - nichts kann deine Simson aufhalten. Sie lässt dich also auch nicht im Stich, sollte einmal etwas nicht so laufen wie geplant. Im Zweifelsfall ist mit wenigen Handgriffen alles wieder repariert.

Niedrige Betriebskosten: Eine Simson zur Fortbewegung zu benutzen könnte sich kaum besser auf deinen Geldbeutel auswirken. Mit einem Verbrauch von 2,5-3 Liter auf 100 km kann man für kurze Strecken auch einmal das Auto stehen lassen. Für junge Menschen eröffnet sich ein erschwinglicher Weg zur Mobilitätsfreiheit. Noch lukrativer sieht es mit den jährlichen Kosten für die Versicherung aus. Du benötigst lediglich eine Versicherung, mit deren Erwerb du auch das Versicherungskennzeichen erhältst, das dann an deinem Moped angebracht wird. Ab 70-80 Euro bist du dabei - einmal jährlich. Ansonsten entstehen keine weiteren Kosten durch Steuern oder sonstige Abgaben. Wie schon erwähnt ist auch der technische Unterhalt günstig. Wenn du deine Simson gut behandelst, wird sie dir treu dienen. Alles andere regelt der preisgünstige Ersatzteilmarkt oder eine Reparatur in der eigenen Garage.

Mitglied einer großen Familie - die Simson-Szene: Mit einer Simson unterm Hintern gehörst du automatisch zu einer großen und eingeschworenen Community. Egal ob draußen auf der Straße oder im digitalen Raum, überall findest du Gleichgesinnte, Freunde und Hilfsbereitschaft. Du bist liegengeblieben? Du kannst sicher sein, die nächste Simson wird anhalten und man wird dir Hilfe anbieten. Wer noch etwas mehr Nähe sucht, hat vor allem in den warmen Monaten zahlreiche Szene-Treffen, Simson-Ausfahrten, Oldtimer-Ausstellungen, Tuning-Shows und Rennsportveranstaltungen zur Verfügung.

Wiederverkaufswert: Auch wenn die Kaufpreise für Simsons stetig steigen - der Wertverlust ist gering und ein Wiederverkauf jederzeit möglich. Unter Umständen kann eine Simson sogar eine Wertanlage sein und in gepflegtem Zustand einen höheren Verkaufspreis erzielen. Auch der Wiederaufbau eines sogenannten "Scheunenfunds" ist lukrativ. Sofern du deine Simson nicht gerade aus einem Wasserkanal ziehst, lässt sich vermutlich alles retten und mit günstigen Ersatzteilen auf einen straßentauglichen Zustand bringen. Interessierte Käufer wirst du zu jeder Zeit finden, auch in Zukunft. Die begrenzte Anzahl an Fahrzeugen und der Vorteil, bis zu 60 km/h schnell fahren zu dürfen, sprechen für eine goldene Zukunft und hohe Dynamik am Gebrauchtmarkt.

Image und Exklusivität: Eine Simson zu fahren ist nicht nur wirtschaftlich klug, technisch vernünftig und finanziell günstig, sondern es ist auch cool. Einerseits fährt immer etwas Nostalgie und der Charme längst vergangener Ingenieurskunst mit, zum Anderen hebst du dich damit natürlich auch von modernen Fahrzeugen ab. Mit einer Simson fällst du auf und die Blicke auch älterer Generationen sind dir sicher. So manches Gespräch beginnt mit einer Simson. Simson fahren - das steht für Freiheit, Eigenständigkeit, technisches Interesse und Nachhaltigkeit - und für die bewusste Entscheidung, dass Altes nicht automatisch schlechter sein muss.

Tuning-Potential: Simson Tuning, das ist eigentlich ein Überbegriff für ganz unterschiedliche Anwendungsfälle. Zum einen muss man in Optik Tuning und in technisches Tuning bzw. Leistungssteigerung unterscheiden. Und dann wäre da noch die Frage zu stellen, ob das Moped nach den Veränderungen noch legal unterwegs sein soll, als sogenanntes "TÜV Moped" ein neues Leben mit behördlicher Segnung antritt oder ob das solide Ostblech abseits der StVO nur auf Rennen und Shows über den Asphalt stürmen soll. Möglich ist heutzutage alles. Wer es legal und gediegen halten möchte, findet zahlreiche Anbauteile, die zu Verkehrssicherheit und optischer Individualität beitragen. Beispielsweise lässt sich eine kräftig zupackende Simson Scheibenbremse mit Teilegutachten (und ggf. stärkeren Telegabeln/Stoßdämpfern gleich dazu) oft problemlos eintragen. Optische Veränderungen gefährden deine allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) im Normalfall nicht, sind aber schön anzusehen und machen deine Simson zu etwas Besonderem. Wer mehr möchte, dem eröffnet sich eine schier unbegrenzte Auswahl an Simson Tuningteilen. Wie weit das geht, diese Entscheidung liegt bei dir. Du kannst ein Moped mit Understatement fahren - originale Optik, aber mehr "Bumms" unterm Blech. Du kannst dir aber auch eine Rennmaschine aufbauen und im Rennsport oder auf Tuning-Treffen stolz dein Ergebnis präsentieren.

Welche Simson Modelle gibt es?

Wir würden nicht mehr fertig werden, wollten wir alle Simson Modelle inklusive Prototypen und Spezialserien hier auflisten. Wir konzentrieren uns deshalb auf die Frage: Welche Simson Modelle sind empfehlenswert?

Simson S51

Die S51 - auch "Simme" genannt - wurde von 1980 bis 1991 gefertigt und ist mit circa 1,6 Millionen gebauten Mopeds nicht nur sehr weit verbreitet, sondern neben der Schwalbe wohl auch das bekannteste Modell aus dem Hause Simson. Bis heute prägen diese Zweitakter deutsche Straßen und werden besonders häufig gefahren. Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen & Tuningteilen für die S51 ist überdurchschnittlich und somit exzellent. Die S51 ist besonders für mäßiges bis schönes Wetter geeignet. Die große Beliebtheit ergibt sich nicht nur aus der Verbreitung und Verfügbarkeit, sondern vor allem durch die offene Bauweise, was nicht nur Gewicht spart, sondern auch sofortige Zugänglichkeit aller Komponenten ermöglicht. Die ausgereiften Motoren M531, M541 und M542 bieten genug Leistung auch für Soziusbetrieb. Die meisten S51 sind auf aktuellem Stand der Technik und somit voll verkehrstauglich. Varianten mit reduzierter Elektrik lassen sich in der eigenen Garage und etwas Eigenleistung nachrüsten. Selbstverständlich lassen sich alle S51 - Reimporte ausgenommen - dank Sonderregelung legal bis 60 km/h fahren. Gegenüber der Schwalbe eignet sich die S51 auch für kleinere Menschen, da sie leichter ist und beim Abstellen des Fußes keine Trittbretter im Weg sind. Die S51 kann als die beliebteste Simson betrachtet werden. Mehr zur Simson S51

Simson Schwalbe (KR51/2)

Dieser klassische Vertreter aus der sogenannten "Vogelserie" ist wohl das über alle Grenzen bekannteste Modell aus dem Hause Simson. Die Bauweise mit viel Blechverkleidung ist nicht nur optisch markant und formgebend, sondern auch praktisch: Wie auch bei modernen Rollern ist man hier besser vor Wettereinflüssen geschützt. Technisch profitiert man mit dieser Baureihe vom optimierten M541/M531 Motor, der 3,7-PS leistet sowie diversen Verbesserungen in Sachen Verkehrssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Die Schwalbe eignet sich besonders für Fahrer und Fahrerinnen, die gut vor Wetter geschützt sein wollen. In Sachen Wartung gibt es kaum Einschränkungen - mit wenigen Handgriffen ist das schützende Blechkleid demontiert und die Technik zugänglich. Mehr zur Simson Schwalbe

Simson Stadtroller (SR50)

SR - das steht nicht etwa für "Simson Roller", sondern für "Stadtroller". Auch könnte man meinen, dass der SR50 der Nachfolger der Schwalbe ist, doch auch das ist nicht korrekt. Gewisse Impulse von Schwalbe-Modellen haben Einzug gehalten, doch der Roller wurde als eigenständiges Konzept entwickelt und mit viel Technik aus der S51-Baureihe ausgestattet. Obwohl der Roller damit technisch sehr modern daherkommt und Vorteile aus beiden Welten vereint, hat er nie den Kultstatus von S51 und Schwalbe erreicht. Dennoch ist dieser Roller ein guter Kauf, in Sachen Technik und Modernität vielleicht sogar ein kleiner Geheimtipp. Die Ersatzteilsituation ist gut und der ab 1986 in Verkehr gekommene Zweitakter profitiert bis zum entsprechenden Stichtag von den Vorteilen des Einigungsvertrages mit legaler Höchstgeschwindigkeit bis 60km/h. Beim Kauf unbedingt auf das Baujahr und die Inbetriebnahme achten! Mehr zum Simson SR50

Weitere Simson-Modelle, die mit Führerschein AM ab 15 Jahren legal bis 60 km/h gefahren werden können und diese Geschwindigkeit auch erreichen

Bedingung: Kein Reimport, bis einschließlich 28. Februar 1992 in Verkehr genommen: